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Koufo, 1 m Seegang (Film), Kyra Panagia, Patitiri (Alonnisos), Ormos Linarias (Skyros), Gavrion (Andros)

 

Mittwoch, 28.05.2014

35,7 nm,  7,2 Motor h,  D: 4,2 kn

koufo nordbucht2

Heute geht es von Nea Moudania nach Koufo. Alles wie gehabt: Wieder durch den Potidaia-Kanal, wieder mal segeln, mal segeln mit Motorhilfe.

Gegen 16:45 Uhr ankere ich in der Nordbucht von Koufo.

koufo nordbucht3

Beim Ankern winkt mir einer von der Mole aus zu. Ich denke, es ist ein geschäftstüchtiger Einheimischer und rufe ihm zu, dass ich ankern will.

Also: Ankern, Dinghi aufpumpen und an Land rudern.

Dort empfängt mich Chris, mit dem ich ja schon vor meinem Besuch bei den Mönchen einiges unternommen hatte.
Er war es, der mich zu einem Liegeplatz lotsen wollte.

Donnerstag, 29.05.2014

Hafentag

koufo morgendämmerung

Morgens beschließe ich, ankerauf zu gehen und die Walkabout umzulegen.

koufo berg

Ich benutze - nach meinen schlechten Erfahrungen im Hafen von Nea Skioni - meinen Delta-Buganker als Heckanker und lege mit dem Bug voraus mein Boot neben Chris an.

koufo oliven

Ich arbeite morgens an der HP und versuche dann, mit Chris die Spitze des Berges, der zwischen Bucht und Meer liegt (ca. 230 m hoch), querfeldein zu erreichen. - Leider vergeblich.

Wir laufen durch ein altes, wieder neu hergerichtetes Olivenfeld, und scheitern dann an der undurchdringlichen Vegetation.

koufo oliven1

Jedes Bäumchen der alten Olivenplantage wurde mit mindestens einem Schubkarren mit Kompost versehen und in jedem Kompost steckte ein “Spargel” einer Tröpfchenbewässerungsanlage. An einzelnen Bäumen hingen Flaschen mit Pheromonfallen. Hier hat sich jemand viel Arbeit gemacht mit der Rekultivierung einer alten Olivenplantage im Steilhang.

Freitag, 30.05.2014

Hafentag

koufo lagune

Eigentlich wollte ich weiter zu den östlichen Sporaden nach Limnos und Lesbos, aber der Wetterbericht “überzeugt” mich, dass ich es geruhsam angehe und auf dem kürzeren Weg über die nördlichen Sporaden zurück in den Süden segle.

So bleibt Zeit für 2 Hafentage.

Ich wandere mit Chris zum stillgelegten Steinbruch in der Südbucht von Koufo. Dort verbringt ein deutscher Wohnmobilist mit seinem “Premium-Womo” (mit auf dem Hänger transportiertem eigenem kleinem Geländewagen) seinen Urlaub. Er sagt, dies sei der schönste und einsamste Platz in Griechenland, den er bisher gefunden hat.

Meeresgold

Auf dem Rückweg entdecken wir am Stand jede Menge “Meeresgold”, das leider nur solange es feucht ist so golden schimmert.

Samstag, 31.05.2014

Hafentag

koufo berg1

Der Wetterbericht hat mit Recht gegeben, noch einen Tag zu bleiben. Der Wind weht weiter stark aus Nord und die Welle draußen vor der geschützten Bucht hat sich auf über  1,60 m aufgebaut.

Heute radle ich mit Chris die Küste lang nach Nordwesten.
Wir unternehmen den 2. Versuch, unseren Berg zu erklimmen - diesmal von der Rückseite aus. Auch diesmal ist es uns nicht geglückt.
Wir haben uns an Ziegenpfaden orientiert, aber die Büsche und Hecken wurden immer undurchdringlicher. Wir hatten uns total verlaufen, aber schließlich doch unsere auf halbem Wege abgestellten Räder wieder gefunden.

sandstrandbucht

Weiter geht es per Rad die zum Teil unbefestigte Küstenstraße lang. Es gibt hier noch viele kleine unberührte Buchten mit Sandstränden.

kuh

Auf dem Wege treffen wir 3 Kühe, die angepflockt auf einer Wiese weiden. Diese hat die Ohrmarke mit der Nummer 3. Sie gehören wohl zu einer kleinen Selbstversorger-Landwirtschaft.

maria

Wir landen schließlich zu einem Cafe-Frape und einem Pausensnack bei “Maria”. Sie lebt hier über Sommer mit ihrem Freund im Wohnwagen neben ihrer kleinen “Kantina”. Wie sie uns berichtet kommen hier in der Hauptsaison einige Ruhe suchende Touristen vorbei.

Sonntag, 01.06.2014

Hafentag

koufo pefkos

Heute am Sonntag unternehme ich wenig. Der Wind hat nachgelassen, die Wellen sind aber immer noch gleich hoch.

Zeit zu relaxen und in meiner Lieblingskneipe, der Fischtaverne  “O Pefkos”, ausgiebig zu speisen.
Es ist das älteste Haus am Platze und besteht seit 43 Jahren. Erst vor ca. 10 Jahren  kamen weitere Fisch-Tavernen an der Hafenpromenade dazu.
Bei O Pefkos trank ich - nicht nur wegen dem FREE WIFI - jeden Morgen gegen 8:00 Uhr meinen “Greek Coffee medium sweet”, und wurde immer herzlich vom Seniorchef begrüßt.

Montag, 02.06.2014

40,7 nm,  7,5 Motor h,  D: 4,9 kn

koufo ankerleine

Nach dem obligatorischen “Greek Caffee” (die Einheimischen nennen ihn “Eleniko”) und versehen mit dem neuesten Wetterbericht, der gemäßigten Wind aus Nord und Wellen immer noch bis 1 m vorhersagt, lege ich um 9:00 Uhr ab, nachdem ich das Dinghi aufgeblasen auf dem Vorschiff verzurrt habe.

Das Wasser hier in de Bucht von Koufo ist so klar, dass man Ankerleine und Anker in 6 m Tiefe noch deutlich sieht.

Im Hintergrund wieder der Berg, den wir leider nicht besteigen konnten.

blick auf athos

Ich segle bei achterlichem Wind nur unter Fock. Als die Welle immer höher wird nehme ich den Motor zu Hilfe. So geht das Boot weniger schaukelig durch die Wellen, die mich von schräg achtern überholen.

Hier bei noch geringem Seegang ein Blick auf den Berg Athos im Hintergrund.

 

einfahrt bucht planitis

Auf dem Weg zu den nördlichen Sporaden nimmt der Seegang  zu.

 

 

 

 

 

 

Ruhiger wird es dann erst, als ich in die geschützte Bucht Planitis auf der Insel Kyra Panagia  (auch Pelagonisi genannt) einlaufe.

planitis

Gegen 17:00 Uhr fällt der Anker zwischen einem deutschen und einem griechischen Segelboot.

Ich rudere mit dem Dinghi an Land.

strandgut

Hier im Naturschutzgebiet sieht man, was so alles an Müll von See her angespült wird: Plastik, Schnüre, Schuhe, Flaschen ... Die Säuberung wäre eine Aktion für Schulklassen oder als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

Dienstag, 03.06.2014

20,6 nm,  3,4 Motor h,  D: 3,8 kn

 

Morgenstimmung gegen 5:45 Uhr

planitis1

Ich verbringe eine sehr ruhige Nacht in dieser geschützten Traumbucht. Es gibt kein Haus, kein WIFI, keinen Handy-Empfang, sondern nur Ruhe, Vögel-Gezwitscher. Und morgens gehen die Ziegen am Strand spazieren.

kyra panagia

Gegen 9:00 Uhr gehe ich ankerauf und segle gemütlich südöstlich um die Insel.

patitiri alonnisos

Gegen 13:00 Uhr lege ich an mit Heckanker und Bug zur Pier in Patitiri auf der Insel Alonnisos.
Ich bin im Hafen wieder das keinste Boot mit dem kürzesten Mast.

Ich beschließe, hier die nächsten Tage zu bleiben: Es ist Starkwind aus Norden mit Wellenhöhen bis 2 m angekündigt. Das muß ich mir nicht antun.
Und ich treffe die Segelyacht “Merger” mit Irene und Martin Erger. Sie berichten auf ihrer HP
www.sy-merger.de über ihre Reisen. Unter anderem haben sie genau die Fahrt durch die Kanäle in Frankreich beschrieben. Das war für mich und auch für andere Segler eine wichtige Planungshilfe für den Weg zum Mittelmeer.

Mittwoch, 04.06.2014

Hafentag

schildkröte am strassenrand

Nachts und fast den ganzen Tag gibt es Dauerregen - bei den Einheimischen willkommen, weil es hier den ganzen Winter über nur wenig geregnet hat.
Schwell steht in den Hafen und die Yachten schaukeln stark- nicht nur die kleineren Boote sondern auch meine Nachbarn mit einer Hanse 43. Bei ihnen scheuert sich ein dicker Festmacher durch und beendet mit einem lauten Knall seine Funktion.

Den halben Tag verbringe ich unter Deck mit Lesen, Emails schreiben usw. Bei einem Spaziergang begegnet mir diese Schildkröte am Straßenrand.
Abends gehe ich mit Irene und Martin essen. Heute ist ja schließlich mein Geburtstag.

Donnerstag, 05.06.2014

Hafentag

greek coffee

Die Mergers haben jetzt auch den Bericht über ihren diesjährigen Törn ins Netz gestellt: www.sy-merger.de/Reiseberichte/web-content/Sporaden.pdf

 

Morgens ist erst mal Wäsche waschen angesagt. Danach bastele ich in der Taverne bei einem griechischen Kaffee an meiner Homepage. “Net Objects Fusion” , das Programm, mit dem ich die Homepage erstelle, spinnt oder mein 10 Zoll Acer aspire one ist an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit - oder ich sollte doch mal intensiver das Handbuch studieren...

hora alonnisos

Mittags wandere ich auf dem alten Eselspfad zur Chora hoch. Diese ehemalige “Hauptstadt” der Insel wurde 1965 bei einem schweren Erdbeben fast vollständig zerstört und weitgehend von den Einheimischen verlassen.


Viele Grundstücke wurden verkauft und von meist jungen Leuten aus ganz Europa wieder aufgebaut. Die Chora ist heute ein Treffpunkt vieler Nationen und einige haben sich als Rentner hier dauerhaft niedergelassen.

hora alonnisos1

Achim, ein Freund aus Obermoschel, war vor etwa 30 Jahren hier und hatte eine damalige Studienkollegin besucht, die mit ihrem Partner ein solches zerstörtes Haus gekauft und wieder aufgebaut hatte. Ich versuche herauszufinden, was aus dem Haus geworden ist und ob Klaus  und Petra noch hier wohnen. Ich erfahre nur, dass das Haus noch als Ferienwohnung genutzt wird, aber die Besitzer sind zur Zeit nicht da.

patitiri alonnisos1

Wieder in Patitiri besuche ich mit den Ergers das Museum, das am Hügel über dem Hafen liegt und von dessen Terrasse aus man einen herrlichen Rundumblick  über den Hafen hat.

Patitiri ist übrigens durch regelmäßig verkehrende Schnellfähren mit den übrigen  Sporadeninseln und mit Volos verbunden. Es sind auch einige Backpacker-Touristen unterwegs.

oliven mühle

Das Museum gibt einen Einblick in die Geschichte und das Handwerk auf der Insel.

Hier eine teilrestaurierte historische Olivenmühle, mit deren Hilfe die Oliven zerquetscht wurden.

olivenöl packpresse

In einer solchen Packpresse wurde dann das Olivenöl gewonnen. Dabei wurden die zerquetschten Oliven zwischen die Matten gepackt und ausgepresst.

Abends bin ich dann noch bei Mergers zum Bier eingeladen.

Freitag, 06.06.2014

37,1 nm,  7,3 Motor h,  D: 4,8 kn

passage skyros valaxa

Das Meer ist ruhig und meint es heute gut mit mir. Ich motorsegle nach Süden , wo es hoffentlich wärmer wird.

Ich passiere problemlos die nur 100 m breite Engstelle zwischen der Insel Skyros und dem Inselchen Valaxa ,Hier ist das Meer nur 3,50 m tief.

bucht linarias auf skyros

In der Bucht Linarias ankere ich in sicherem Abstand von den Bojen, die die Pipeline markieren.

Ich packe das Beiboot nicht aus, da ich ja morgen eine lange Strecke vor mir habe und ganz früh weiter will.

Samstag, 07.06.2014

62,5 nm,  12,2 Motor h,  D: 5 kn

skyros sonnenaufgang

Gegen 5:00 Uhr gehe ich ankerauf und um 6:30 Uhr bei Aufgang der Sonne bin ich schon ein gutes Stück unterwegs.

segelnrichtung andros

Der Wind meint es meist gut mit mir und ich kann segeln oder den Motor stellenweise etwas mit laufen lassen, so dass die Geschwindigkeit des Bootes gut zur Wellenlänge passt.

ais evia - andros

Zwischen den Inseln Euböa und Andros herrscht starker Großschifffahrtsverkehr. Hier ist die Haupt-Schifffahrtsrute vom westlichen Mittelmeer nach Thessaloniki und zum Schwarzen Meer.

Ich bin froh, dass mein AIS wieder funktioniert.

gavrion andros

Gegen 17:00 Uhr habe ich mein Tagesziel erreicht. Der Anker fällt in der Bucht von Gavrion auf der Insel Andros. Ich bin jetzt auf den Kykladen angekommen, die berüchtigt sind für ihre starken Winde.

Der Meltemi hat merklich aufgefrischt und weht sehr böig in die Ankerbucht. Den Anker muß ich heute nicht erst unter Motor-Rückwärtsfahrt einfahren. Dies übernimmt schon der starke Wind.

Außer mir ankern noch ein Italiener und ein Franzose in der Bucht. Gavrion wird auch von den großen Fähren angelaufen.

Sonntag, 08.06. bis Montag, 09.06.2014

Ankertage

gavrion wind

Der Wind legt merklich zu - in Böen bis zu auf Bordhöhe gemessenen 9 BFT, also voller Sturmstärke.

Das Boot “segelt” - eine Folge des langen Kieles - am Anker hin und her mit einem Wendewinkel bis 100 °. Aber der Anker hat sich tief eingegraben und hält.

gavrion anker

Ich traue mich nicht an Land.

Das Dinghi würde mit mir auf das offene Meer abgetrieben.

Auch die Franzosen bleiben den ganzen Tag an Bord.

Ich durchlebe eine ziemlich schlaflose Nacht wegen der Schaukelei und dem Heulen des Windes in der Takelage.

gavrion bft 8

Am Montag bleibt der Wind zunächst stark. Ich lege an Bord einen Lesetag ein. Den Roman “Die Hurenkönigin”, der zum Ende des Mittelalters in Frankfurt spielt, lese ich in einem durch.

Abends, als der Wind nachlässt, blase  ich das Dinghi auf und rudere zu einer Einkaufstour in das Städtchen Gavrion.

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